Gewaltige Sternexplosionen, sogenannte Kernkollaps-Supernovae, können als „kosmisches Maßband“ genutzt werden, um Entfernungen im Universum zu messen. Unter Nutzung neuer Modellierungsmethoden eignet sich ihr Licht, um die Hubble-Konstante auf einem neuen, unabhängigen Weg zu bestimmen und offene Fragen bezüglich der Expansionsrate des Universums zu beantworten – eines der aktuell spannendsten Themen der modernen Kosmologie.
Andreas Flörs studierte Physik an der Technischen Universität München und erhielt seinen Abschluss im Jahr 2017. Anschließend begann er seine Promotion am Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München. Im Rahmen der Promotion arbeitete er zwei Jahre an der Europäischen Südsternwarte (ESO) und war an der Beobachtungskampagne der ersten Neutronensternverschmelzung beteiligt. Seine Promotion schloss er 2020 ab und erhielt dafür den Kippenhahn-Preis des Max-Planck-Instituts für Astrophysik. Er ist Alumnus des Max-Weber-Programms in Bayern. Seit 2019 beteiligte er sich mit der Entwicklung von Strahlungstransportmodellen am adH0cc-Kosmologieprogramm (Accurate determination of H0 with core-collapse supernovae), welches nun eine unabhängige Messung der Expansionsrate des Universums veröffentlicht hat. Seit 2021 arbeitet er bei GSI/FAIR an Computermodellen der Struktur schwerer Atome sowie an Strahlungstransportsimulationen für Kilonovae und Supernovae.Fotos: NASA, ESA, CSA, STScI.; privat